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Auftakt zur Programmdiskussion | Oskar Deutsch als ATID-Vorsitzender wiedergewählt

Am 8. Juni 2022 fand die ATID-Generalversammlung mit der Wahl des Vorsitzenden statt. Nach einer ausführlichen Rede, in der Oskar Deutsch über die Herausforderungen der vergangenen viereinhalb Jahre, die Erfolge der Kultusgemeinde und die Leistungen von so vielen ATIDlerinnen und ATIDlern hervorhob, fand die Wahl des Vorsitzenden der Einheitsliste aus ATID, Misrachi und Verein Kaukasischer Juden statt:

Oskar Deutsch wurde mit 97 Prozent der Stimmen zum ATID-Vorsitzenden gewählt und mit dem Mandat ausgestattet, eine Wahlliste für die Ende diesen Kalenderjahres anstehenden Kultusvorstandswahlen zu erstellen.

Vielen Dank an die Wahlkommission, bestehend aus Alus Berger, Natalia Najder und Georg Teichman für die Abwicklung der geheimen Wahl.

Der dritte Tagesordnungspunkt war der Auftakt zu einer Programmdiskussion für die nächsten Jahre und Jahrzehnte.

In vielen Bereichen wissen wir, dass die IKG Wien beispielgebend für unzählige andere jüdische Gemeinden in Europa ist. Institutionen wie ZPC-Schule, ESRA, JBBZ oder das Maimonides Zentrum sind ihren Tätigkeitsfeldern sowohl in Österreich als auch international höchst anerkannt. Wir haben also bereits eine großartige Gemeinde und müssen das Rad nicht neu erfinden. Aber es ist unser Anspruch, Gutes weiter zu verbessern. Dafür braucht es ein Programm:

Diskutiert wurde unter anderem über Sicherheitsthemen, sowohl die physische als auch soziale Sicherheit, die Hilfe und Integration jüdischer Flüchtlinge aus der Ukraine in die IKG, die Schaffung neuer Kindergartenplätze, konkrete Maßnahmen zur Ökologisierung (das soll einer der Schwerpunkte sein, z.B. mit CO2-Neutralität von IKG-Gebäuden oder der Verwendung von ausschließlich recycelbaren Materialien durch die IKG) sowie Maßnahmen zur besseren Unterstützung von armutsgefährdeten Gemeindemitgliedern angesichts der starken Inflation, die Produktion von koscherem Fleisch in Österreich und die stärkere Einbindung junger Gemeindemitglieder sowie neue Wege zu erschließen, weniger engagierte Gemeindemitglieder zu erreichen und natürlich auch das Krisenmanagement in der Corona-Pandemie (es galt übrigens die 2G-Regelung, die Teilnehmer der Generalversammlung hatten sich am Vortag getestet).

Demnächst werden wir einige Programminputs veröffentlichen, die allen Interessierten als Impuls dienen kann. Alle Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen, sich an der Erstellung des Programms für unsere einzigartige Gemeinde zu beteiligen und ein Stück des Weges gemeinsam mit ATID zu gehen.

Wer Gutes verbessern und sich an der Programmentwicklung beteiligen will, kann Inputs schon jetzt an team@atid.at schicken. Wir freuen uns über jeden konstruktiven Beitrag.

Danke an Raphael Kanfer für die Fotos!

Mit dabei waren unter anderem auch die Fraktionsmitglieder Claudia Prutscher, Natalie Neubauer, Janki Grünberger, Elie Rosen, Jasmin Freyer, Betty Kricheli, Erich, Nuler, Gad Fischman, Igor Jagudaev und viele mehr.

Weitere Informationen finden Sie laufend auch www.facebook.com/atid.zukunft.

Jüdisches Straßenfest am 12. Juni 2022

Endlich ist es wieder so weit: Am Sonntag steigt das jüdische Straßenfest. Um 14.30 Uhr geht es am Judenplatz im 1. Wiener Gemeindebezirk los mit einem abwechslungsreichen Programm für Groß und Klein. Eine gute Gelegenheit, Freunde wieder zu sehen und in Kontakt mit anderen Organisationen des jüdischen Wien zu treten, gut zu essen und gemeinsam zu feiern. Infos zum Programm auf: www.ikg-wien.at/strassenfest-2022

Hier ein Video mit Impressionen aus dem Jahr 2019:

Hilfe der jüdischen Gemeinde für ukrainische Vertriebene

Derzeit läuft eine beispiellose Hilfsaktion der IKG für jüdische Flüchtlinge aus der Ukraine. Zuletzt wurden mehr als 900 Personen betreut. Es ist ein starkes Zeichen der Einheitsgemeinde, weil so viele jüdische Organisationen und noch mehr einzelne Gemeindemitglieder mithelfen. Weiterhin sind wir auf freiwillige Mitarbeit, Wohnungen und Spenden angewiesen. Die IKG informiert auf www.ikg-wien.at/ukraine-hilfe über aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten, zu helfen.

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Video: Wir sind ATID

31,6 Prozent: ATID gewinnt IKG-Wahl

Mit 1.162 Stimmen oder 31,57 % setzte sich ATID als klar stimmenstärkste Kraft bei der IKG-Wahl durch. Wir möchten uns bei allen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen bedanken!

Liste Bezeichnung Stimmen absolut Stimmen % Mandate
1 ATID – TEAM OSKAR DEUTSCH 1162 31,57 8
2 SEFARDIM – BUCHARISCHE JUDEN 996 27,06 6
3 CHAJ – JÜDISCHES LEBEN 296 8,04 2
4 VEREIN GEORGISCHER JUDEN 296 8,04 2
5 BUND SOZIALDEMOKRATISCHER JUDEN – AVODA 226 6,14 1
6 KHAL ISRAEL 275 7,47 2
7 KEHILLE – TEAM YAACOV FRENKEL 430 11,68 3
3.681 24

Der Stimmenzuwachs bedeutet auch ein zusätzliches Mandat: Künftig ist ATID mit diesen acht Mandataren im Kultusrat vertreten:

Weitere Infos finden Sie z.B. unter derstandard.at und kurier.at

Am großen ATID-Erfolg sind sehr viele Gemeindemitglieder beteiligt. Einige Teammitglieder sind in diesem Video zu sehen:

Israel

Israel ist die spirituelle Heimat aller Jüdinnen und Juden. ATID steht für einen solidarischen Kurs der IKG gegenüber Israel und seiner Bevölkerung, unabhängig von der israelischen Regierung. Als IKG müssen wir daher auch die Öffentlichkeit aufklären.

Plattformen wie Mena-Watch und Initiativen wie das „Peace Camp“ sollen weiterhin unterstützt werden. Der Kampf gegen israelbezogenen Antisemitismus ist eine besondere Herausforderung, der sich der Präsident sowie die Multimediagruppe widmen soll. Unter ATID-Führung wird die IKG immer eine dezidiert proisraelische Haltung einnehmen, wobei selbstverständlich auch Kritik an der (jeweiligen) Regierungspolitik artikuliert werden kann und wird.

Wichtiger jedoch ist es, Gemeindemitgliedern und der österreichischen Öffentlichkeit Antworten auf BDS und andere antiisraelische Initiativen anzubieten (Broschüren, Social Media, etc.). Auch der Austausch innerhalb unserer Gemeinde soll gefördert werden. Die Gründung von Think Tanks (nicht ausschließlich zu Israel) soll dazu dienen, die unterschiedlichen Perspektiven, die es in der Diaspora gibt, zu diskutieren, zu berücksichtigen und wiedergeben zu können.

Finanzen und IKG Struktur

Die IKG ist kein Selbstbedienungsladen. ATID steht für eine solide Budgetpolitik. Seit 14 Jahren gilt für die IKG-Hoheit eine Schuldenbremse: Die jährlichen Ausgaben dürfen die Einnahmen nicht übersteigen. Derzeit sind das rund 15,7 Millionen Euro. Haupteinnahmequelle sind die Mieteinnahmen aus den IKG-Immobilien. Daher bekennt sich ATID zum Erhalt der Immobilien ebenso wie zum Erhalt der Infrastruktur der IKG.

Das Aufbauprogramm (Kindergärten, Schulen, Synagogen, ESRA, Maimonides Zentrum, JBBZ, Printmedien, Kulturarbeit, Wiesenthal-Institut, Sanierung des Sefardischen Zentrums und der Räumlichkeiten der Jüdischen Hochschüler etc.) hat rund 300 Millionen Euro gekostet, wovon noch rund 100 Millionen als Bankschulden bestehen.

Der Tilgungsplan muss rigoros eingehalten werden. Daher: Keine neuen Großprojekte, die mit Krediten finanziert werden müssten. Die Wunschliste einiger Vereine kann nicht von der IKG erfüllt werden. Alle müssen Budgetdisziplin wahren! Eine Maßnahme: Wer mehr als 10.000 Euro von der IKG erhält, muss künftig einen Rechenschaftsbericht ablegen.

Wahlalter und Verwaltung

Das IKG-Statut konnte modernisiert werden, offen ist die Wahlaltersenkung. Hier strebt ATID eine österreichweite Mitgliederbefragung an. In der Verwaltung setzen wir uns für eine Prozessevaluierung in jeder Abteilung ein. Ziel: Optimierung der Abläufe und Job Descriptions der Mitarbeiter.

Politik der Öffnung: Kunst, Kultur und Kommunikation

Politik der Öffnung

Die Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit ist Basis für Verständnis und Akzeptanz. Unsere „Politik der Öffnung“ ist sowohl eine Öffnung nach außen wie nach innen. Nach außen werden Vorurteile abgebaut und das Judentum als Teil der österreichischen Gesellschaft und Kultur positioniert. Wir wollen auch jüdische Zugänge zu Bildung und Menschlichkeit transportieren, z.B. in Form von Videobotschaften, in denen jeweils mehrere Gemeindemitglieder vorkommen.

Mit der Digitalisierung wird auch der Kampf gegen Antisemitismus intensiviert, die IKG als politische Instanz gestärkt.

Die Öffnung nach innen bringt u.a. mehr Interaktion und Transparenz. Neben den monatlichen Sprechstunden in allen IKG-Einrichtungen planen wir das Projekt „Ask the president“: Im Gemeindezentrum stellt sich der IKG-Präsident (und Kultusräte) halbjährlich den Fragen interessierter Mitglieder. „Ask the president“ kann auch via „Facebook Live“ übertragen werden.

Jüdische Medien

Die etablierten Angebote (Festwochen, Straßenfest, Tag der Offenen Türe, etc.) werden ausgebaut und stets unter Berücksichtigung der vielfältigen Interessen in der IKG geplant. „WINA“ soll in Papierform erhalten bleiben.

Mehr redaktionelle Online-Angebote und dafür geringerer Print-Umfang oder Umsteöllung von monatlicher auf quartalsweise Erscheinung ist anzudenken. Geplant ist auch die Einrichtung eines Fonds zur Förderung junger jüdischer Künstlerinnen und Künstler.

Künstlerfond

Fonds zur Förderung junger, österreichischer, jüdischer Künstle, der das IKG-Budget nicht belastet (Finanzierung über Mäzene und Crowdfunding). Talente sollen zB Materialkosten (zum Teil) erstattet werden. Und: regelmäßige Ausstellungen.

Multimedia-Gruppe

Die Öffentlichkeit wird heutzutage auch über Facebook, Instagram und andere Soziale Netzwerke erreicht. Der Umgang mit ebendiesen birgt Risiken, aber auch Chancen – für die Öffnung der Gemeinde nach außen wie nach innen. Überfällig ist daher eine Social-Media-Strategie für die IKG und alle ihre Institutionen.

Die Frage, welche Kanäle wir wie nutzen, wollen wir im Dialog mit Jugendorganisationen, dem Rabbinat und Vereinen erörtern. Experten sollen das Projekt begleiten. Außerdem planen wir die Gründung einer Multimedia-Gruppe: Gemeindemitglieder produzieren Videos, Fotos und anderen Online-Content. Ein Beispiel ist das Besuchsprogramm, bei dem die Lebensgeschichten älterer Gemeindemitglieder in Filmform verewigt werden sollen (siehe Kapitel „Generationen“).

Bildung

Judentum bedeutet Lernen. Kein Wunder also, dass Bildung in sämtlichen Strömungen des Judentums einen so hohen Stellenwert hat. Das spiegelt sich auch in den Prioritäten der IKG wieder.In unseren Bildungseinrichtungen geht es sowohl um bestmögliche weltliche Bildung als auch um Bildung jüdischer Identität. Die Erfolge der ZPC-Schule, aber auch anderer Einrichtungen, sprechen für sich. Das Ziel ist, Kinder so auszubilden, dass sie später ihre Familien erhalten können.

Das hohe Niveau ist dem Bemühen der Pädagogen und Lehrer, dem ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Gemeindemitglieder, der hervorragenden Infrastruktur und dem hohen Sicherheitsstandard zu verdanken.

Bildungspolitik bedeutet aber nicht nur Schule. Wir wollen die Nachfrage nach Krippenplätzen für Ein- bis Dreijährige evaluieren und bei Bedarf neue Plätze schaffen.

Bestehende Angebote, auch religiöse, soll die IKG unterstützen. Das schließt auch außerschulische Angebote wie z.B. Plattformen (z.B. Netzwerke auf Facebook) mit ein. Die Vernetzung mit Maccabi und Hakoah sowie mit den Jugendorganisationen ist eine zusätzliche Aufgabe für die Zukunft.

Jugend und Sport

Die bestehende Jugendorganisationen, einschließlich der Jüdischen HochschülerInnen (JöH) sollen weiterhin von der IKG gefördert werden. Die Jugendkommission (JuKo) ist das gemeinsame Dach.

Für das erfolgreiche Projekt „Likrat“ konnten JuKo und IKG weitere Förderungen durch die Bundesregierung erwirken. Geplant ist die Ausdehnung von „Likrat“ von Schulen auf Universitäten (Gemeindemitglieder werden geschult und besuchen dann Schulklassen in ganz Österreich, wo sie auf Augenhöhe über Judentum und Israel reden und so Vorurteile abbauen oder erst gar nicht entstehen lassen). Die Uni Wien konnte bereits als Partnerin gewonnen werden.

Außerdem sollen junge Gemeindemitglieder stärker in IKG-Tätigkeiten eingebunden werden, etwa in Form einer Multimedia-Gruppe.

Bei den Sportangeboten sind Hakoah und Maccabi federführend. Das Hakoah-Zentrum soll nach Bedarf weiterentwickelt werden. Konkretes bahnt sich für die Fußballsektion des SC Maccabi Wien an: ein eigener Heimplatz, insbesondere für die Nachwuchsarbeit (200 Kinder!).

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